Energetische Sanierung von Fassaden

Ein Großteil des Wärmeverlustes eines Gebäudes tritt an der Fassade auf. Wir bieten Ihnen eine fachgerechte Planung und Ausführung von Fassadendämmungen – einem der wichtigsten Hebel bei der energetischen Sanierung. Wir tun dies selbstverständlich auch im Rahmen eines von Fachexperten erstellten und mit anderen Gewerken abgestimmten energetischen Gesamtkonzepts.

Fassadendämmung lohnt sich in vielerlei Hinsicht

Die umweltfreundlichste Energie ist die, die erst gar nicht verbraucht wird. Mit einer Dämmung der Außenwände reduzieren Sie die Wärmeverluste Ihres Hauses und erzielen somit viele Vorteile:

  • Sie schaffen eine bessere Wärmeeffizienz im Gebäude und machen es bereit für den Einsatz einer Wärmepumpe bzw. für den Niedertemperaturbetrieb Ihrer Heizungsanlage.
  • Sie haben ein angenehmes Raumklima und erhöhen damit die Wohnqualität in Ihren vier Wänden. Und zwar rund ums Jahr: Im Winter bleibt es länger warm und im Sommer länger kühl.
  • Sie verringern die Emission von Treibhausgasen und leisten somit einen wertvollen Beitrag zum Umwelt- und Klimaschutz.
  • Sie sparen bares Geld bereits bei der ersten Heizkostenabrechnung.
  • Sie steigern den Wert Ihrer Immobilie.

Übrigens: Wände atmen nicht. Der Luftaustausch erfolgt im Altbau mit oder ohne Fassadendämmung durch geöffnete Fenster und Türen. Deshalb ist ein ausreichendes Lüftungsverhalten der Bewohner in beiden Fällen wichtig. Die Fassadendämmung hilft hingegen zusätzlich, Tauwasser auf Innenflächen des Gebäudes zu verhindern und damit Schimmelbildung vorzubeugen.

Weitere Anlässe für eine Fassendämmung

Die Dämmung der Außenwände lohnt sich finanziell insbesondere, wenn sie mit einer anstehenden energetischen Sanierung verknüpft wird. Dies kann in vier Situationen Sinn machen:

  • Möchten oder müssen Sie Ihre Heizungsanlage erneuern, sollten Sie vorher den Wärmeschutz verbessern und das Gebäude für die neue „Welt der Wärmepumpe“ rüsten.
  • Ist ein neuer Anstrich des Hauses fällig, dann nutzen Sie diese Gelegenheit die Außenwanddämmung zu verbessern. Denn es muss ohnehin ein Gerüst aufgestellt werden.
  • Planen Sie einen Fenstertausch, können Sie im Rahmen der Fassadendämmung die Anschlüsse gleich mitdämmen. Die neuen Fenster stehen dadurch nicht so tief in der Laibung und die Fassade gibt ein schöneres Gesamtbild ab (kein „Schießscharteneffekt“).
  • Sollte ein neues, besser gedämmtes, Dach Ihres Hauses auf der Agenda stehen, dann entfaltet diese Maßnahme im Verbund mit der Fassadendämmung ein noch größeres Potenzial.

Außendämmung mit Wärmedämmverbundsystem (WDVS) ist beliebt und hat sich bewährt

Wir arbeiten bei nachträglichen Fassadendämmungen stets mit modernen Wärmedämmverbundsystemen (WDVS) und verwenden dafür hochwertige Materialien namhafter Hersteller. Das folgende Bild zeigt Ihnen anschaulich den Aufbau eines WDVS:

Bild WDVS

(Quelle: Industrieverband WerkMörtel e.V., Der Ratgeber rund um die Außenwand, https://vdpm.info/wp-content/uploads/merkblatt-ratgeber-aussenwand_digital.pdf)

[1] Verklebung / Befestigung
[2] wärmedämmende Platte
[3] Armierungsputz mit
[4] Armierungsgewebe
[5] Oberputz/Schlussbeschichtung

Technisch umgesetzt wird ein Wärmedämmverbundsystem, indem Dämmstoffplatten in einem Schienensystem an der Rohbauwand angebracht, aufgeklebt und/oder mit Dübeln befestigt und anschließend mit einem geeigneten Putzsystem verputzt werden. Das Putzsystem besteht aus einem Armierungsputz mit Gewebeeinlage und einem Oberputz.

Verschiedene Materialien für die Fassadendämmung

Vorrangiges Ziel eines Wärmedämmverbundsystems ist die Minimierung von Wärmeverlusten über die Außenwand. Am Markt stehen dafür verschiedene Dämmstoffe bzw. wärmedämmende Platten zur Verfügung, wobei jeder Dämmstoff eine spezifische Dämmleistung erbringt. Diese drückt sich in der sogenannten Wärmeleitfähigkeitsstufe (WLS) aus. Dabei gilt: Je niedriger die WLS ist, desto besser ist der Dämmwert des Dämmstoffs und es fließt weniger Wärme durch die Dämmung von innen nach außen. Eine niedrige WLS bedeutet somit eine hohe Leistung des Dämmmaterials und hat den Vorteil, dass die Gesamtdicke des Wärmedämmverbundsystems reduziert werden kann, ohne auf Dämmleistung zu verzichten.

  • Synthetische Dämmstoffe sind finanziell die günstigste Variante
    • Polystyrolplatten (auch als expandierendes Polystrol (EPS) oder Styropor bezeichnet) ist der in Deutschland am häufigsten eingesetzte Dämmstoff an der Außenwand. Es handelt es sich um einen geschäumten Kunststoff, der gegen Feuchtigkeit unempfindlich, langlebig und besonders wirtschaftlich ist. Polystyrolplatten werden in weißen und in grauen, mit Graphit modifizierten Platten angeboten und haben eine Wärmeleitfähigkeitsstufe von bis zu 032.
    • Polyurethan-Dämmplatten (auch als PUR-oder PIR-Dämmplatten bezeichnet) sind künstlich-organische Dämmstoffe in Form eines geschlossenzelligen Hartschaums. Für die Verwendung in Wärmedämmverbundsystemen werden Dämmplatten aus großen Blöcken herausgeschnitten. Sie sind bis zu einer sehr günstigen Wärmeleitfähigkeitsstufe 026 verfügbar und erzielen somit eine hervorragende Dämmwirkung.
    • Noch höher ist die Dämmleistung von Phenolharzschaumplatten mit einer WLS von 021 bis 024. Dadurch eignen sich diese Platten vor allem in Fällen, in denen sehr platzsparend gedämmt werden muss.
  • Mineralische Dämmstoffe mit bestem Brand-und Feuchtigkeitsschutz
    • Mineralfaserplatten: Zur deren Herstellung werden Steine geschmolzen, aus der Schmelze eine feste Mineralwolle hergestellt und zu Platten geformt. Durch ihre offene Struktur regulieren sie hervorragend die Feuchtigkeit im Baukörper, verfügen über gute Schallschutzeigenschaften und bieten von Natur aus ausgezeichnete Brandschutzeigenschaften. Mineralwolle-Dämmplatten sind bis zur Wärmeleitfähigkeitsstufe 035 erhältlich.
  • Organische Dämmstoffe sind schadstofffrei, nachhaltig und umweltfreundlich
    • Unter den ökologischen Dämmstoffen, auch Naturdämmstoffe genannt, haben sich Holzfaserdämmplatten am besten bewährt. Sie werden aus zerfasertem Nadelholz (z.B. der Fichte oder Tanne) und damit aus nachwachsenden Rohstoffen hergestellt. Sie sind zumeist etwas teurer als synthetische/erdölbasierte oder mineralische Materialien und haben eine Wärmeleitfähigkeitsstufe von bis zu 040.

Den „besten“ Dämmstoff gibt es nicht. Alle Materialien haben ihre Berechtigung. Entscheidend für die Wahl des Dämmstoffs bei Sanierungen von Bestandsgebäuden (Altbauten) mit Wärmedämmverbundsystemen sind persönliche Vorlieben, Budgetvorgaben und Gestaltungsmöglichkeiten des Projekts.

  • Verarbeitungsfreundlich aufgrund ihres geringen Gewichts und ihrer einfachen Montage sind synthetische Dämmstoffe, die zudem auch vergleichsweise kostengünstig sind.
  • Ein weiterer wichtiger Aspekt kann das Brandverhalten sein. Bei öffentlichen Gebäuden oder Hochhäuser, für die erhöhte Anforderungen an den Brandschutz gelten, sind mineralische Dämmstoffe vorzugswürdig.
  • Stehen ökologische Überlegungen im Vordergrund, dürfte die Wahl auf organische Dämmstoffe fallen.

Wie dick der Dämmstoff sein muss, ist abhängig zum einen vom gewünschten Dämmziel (z.B. das Erreichen eines bestimmten Energiestandards) und zum anderen vom Material der tragenden Außenwand (z.B. Kalk, Beton, Ziegel) und ihrer Dicke.

Die in der Tabelle angegebenen Wand- bzw. Dämmstoffdicken liefern in etwa den gleichen Wärmeschutz (modifiziert entnommen aus: VDPM, Verband für Dämmsysteme, Putz und Mörtel e.V.: Der Ratgeber rund um die Außenwand):

WandDämmstoff/PlattenWLSErforderliche dicke in cm
Dämmstoff
Erforderliche dicke in cm
Wand inkl. dämmstoff
Wand aus hochdämmenden Mauersteinen 080-36,5 (ohne zusätzliche Dämmplatten)08036,5
17,5cm dickePhenolharzhartschaum021926,5
Wand aus Kalk-Sandsteinen mit AußendämmungPolyurethan0261229,5
Polystrol0321431,5
Mineralwolle0351532,5
Holzfaser0401735,5
Mit zunehmender Dämmstoffdicke geht weniger kostbare Heizwärme durch eine Außenwand verloren. Das Maß dafür ist der sog. U-Wert. Je kleiner dieser Wärmedurchgangskoeffizient ist, desto wirksamer ist der komplette Wandaufbau (Außenwand inklusive Dämmung). Zu beachten ist unabhängig vom Material der tragenden Außenwand: Die Dämmwirkung eines Dämmstoffs verdoppelt sich nicht mit seiner Dämmstoffdicke. Vielmehr sind die ersten cm einer Dämmung stets die wirksamsten (im Schaubild beispielhaft skizziert für einen Dämmstoff mit der WLS 035).

Den äußeren Abschluss eines WDVS bildet meist ein Außenputz, der aus einem Armierungsputz und einem Oberputz besteht.

  • Der Armierungsputz stellt die Verbindung zwischen der Wärmedämmung und dem Oberputz her. Es handelt sich um eine Putzschicht, die durch ein eingelegtes Gewebe, meist Glasfasergewebe, verstärkt und über die ganze Fläche aufgetragen wird. Die Armierungsebene stabilisiert das Wärmeverbundsystem gegen Zugkräfte bei Temperaturschwankungen durch Wind und Wetter.
  • Der Oberputz ist die äußere Schicht und bestimmt das Erscheinungsbild der Fassade. Sie allein ist zu sehen und sie bietet Ihnen als Hauseigentümer viele Gestaltungsmöglichkeiten.
    • Mineralische Edelputze sind entweder weiß oder farbig und es lassen sich unterschiedliche Oberflächenstrukturen von fein bis rau erzeugen. Die Bandbreite reicht von dünnschichtig aufgebrachtem Reibeputz, Scheibenputze mit unterschiedlichen Körnungen und unregelmäßigen Strukturen bis hin zum dickschichtigen Edelkratzputz. Ausgangsbasis ist Trockenmörtel, der mit mineralischen Bindemitteln wie Kalk oder Zement verbunden wird und unter Wasserzugabe mit einer Putzmaschine oder von Hand verarbeitet wird. Mineralische Putze sind diffusionsoffen. Damit können sie Feuchtigkeit gut aufnehmen und schadlos wieder abgeben. Außerdem sind sie alkalisch und daher auf natürliche Weise unempfindlich gegen Schimmelpilzbefall.
    • Kunstharzputze sind organische gebundene Putze auf der Basis von Dispersionen, Silikaten oder Silikonharzen bestechen durch kräftige Farbtöne. Sie zeichnen sich durch ihre guten Verarbeitungs- und Haftungseigenschaften beim Auftragen aus, trocknen schneller durch und haben eine wasserabweisende Qualität. Der Putz kann sich Verformungen des Untergrundes, etwa durch Hitze- oder Feuchtigkeitseinwirkungen, flexibel anpassen. Das vermindert die Gefahr von Putzrissen. Auch sie werden gebrauchsfertig auf die Baustelle geliefert (Eimer oder Silo).

Die Oberfläche von Wärmedämmverbundsystemen muss nicht Putz sein. Alternativ können auch vorgefertigte Fassadenbekleidungen wie z. B. Klinkerriemchen teilweise oder vollflächig auf den Unterputz geklebt und dann in der Regel mit einem Fugenmörtel verfugt werden.

Energieberatung: Sparpotenzial ausloten –Förderungen sichern oder Steuerbonus nehmen

Energieeffizienz-Experten können Ihnen als Immobilienbesitzer einen sinnvollen Weg aufzeigen, wie Sie die Energieeffizienz Ihres Wohnhauses verbessern können. Diese müssen Sie sogar in der Regel einbinden, wenn Sie Fördermittel beantragen möchten.

Für die Planung, Antragstellung und Baubegleitung durch einen zugelassenen Energieberater, die in der Expertenliste des Bundes bei der Deutschen Energie-Agentur GmbH (dena) geführt sind (www.energie-effizienz-experten.de), erhalten Sie zusätzliche Fördermittel. Weitere Details zur Energieberatung finden Sie auf der Internetseite des Bundesministeriums für Wirtschaft und Klimaschutz: https://www.energiewechsel.de/KAENEF/Redaktion/DE/Foerderprogramme/energieberatung-wohngebaeude.html

Die wichtigsten Förderprogramme sind in der Bundesförderung für effiziente Gebäude (BEG) gebündelt.

  • Für eine energiesparende Fassadendämmung, ebenso wie für andere einzelne energetische Maßnahmen an Bestandsgebäuden, gibt es Zuschüsse von der BAFA (Bundesamt für Wirtschaft und Ausfuhrkontrolle). Nähere Informationen dazu finden Sie unter: https://www.bafa.de/DE/Energie/Effiziente_Gebaeude/Sanierung_Wohngebaeude/sanierung_wohngebaeude_node.html
  • Zinsvergünstigte Kredite mit Tilgungszuschüssen vergibt die KfW – allerdings nur bei Komplettsanierungen zum Effizienzhaus: https://www.kfw.de/inlandsfoerderung/Bundesförderung-für-effiziente-Gebäude/

Vorsicht: Anträge auf Förderung müssen Sie rechtzeitig vor Beginn eines Sanierungsvorhabens stellen, d.h. bevor Sie ein offizielles Angebot eines Handwerkers annehmen und ihn mit der Ausführung beauftragen. Mithin darf mit den Arbeiten noch nicht begonnen worden sein. Hingegen dürfen Planungs-, Beratungs- und Vorbereitungsarbeiten wie etwa die Einholung von Angeboten von Handwerksbetrieben schon vor der Stellung eines Förderantrags erfolgen.

Alternativ ist eine steuerliche Förderung – ein Steuerbonus für energetische Sanierungen – im Rahmen der jährlichen Einkommensteuererklärung unter bestimmten Voraussetzungen möglich. Das heißt, nehmen Sie keinen Zuschuss oder ein Förderprogramm für die Sanierungsarbeiten in Anspruch, können Sie im Nachhinein vom Finanzamt einen Steuernachlass auf ihre Einkommensteuer erhalten. Eine vorherige Antragstellung wie bei den Förderprogrammen oder eine Einbindung eines Energieberaters sind hier nicht erforderlich. Auch entfällt eine mitunter lange Bearbeitungszeit bei BAFA-Zuschüssen. Es muss lediglich die Ausführung durch einen Fachbetrieb nachgewiesen werden. Einen Überblick gibt das Bundesministerium der Finanzen unter https://www.bundesfinanzministerium.de/Content/DE/Standardartikel/Themen/Schlaglichter/Klimaschutz/2020-02-07-steuerliche-foerderung-energetischer-gebaeudesanierungen.html

Bitte beachten Sie: Die Förderlandschaft ist vielfältig und ändert sich fortlaufend. Erkundigen Sie sich daher über die aktuellen Möglichkeiten insbesondere durch eine Energieberatung. Wir geben Ihnen ebenfalls gerne wertvolle Hinweise.